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Abstimmen, Gesetze entwerfen, Beschlüsse fassen, diskutieren und Reden halten... Wir gewähren einen Blick hinter die Kulissen.

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FAQ

Warum heißt der Landtag Landtag?

​​Der Begriff Landtag ist bereits im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit entstanden. Damals kamen an einem Tag alle politisch berechtigten Gruppen und Personen zusammen, um über die gemeinsamen Angelegenheiten der Landleute zu verhandeln und zu entscheiden. Daher auch der Name Land-Tag.
 
Dabei hatten sich die Landtage oftmals aus den Gerichtsversammlungen der Landesgemeinde gebildet. Die wichtigste Funktion bildete die Bewilligung von Steuern, denn die durfte nur der Landtag anordnen.
In den sogenannten ständischen Landtagen haben - je nach Zeit und Region - unterschiedliche Stände zusammen verhandelt: etwa der Adel (Herren und Ritter), die Prälaten (Klöster, Bischöfe und Kapitel) oder die landesherrlichen Städte. 
Damals wurden die Angehörigen der Landtage nicht durch Wahlen, sondern durch persönliches Vorrecht bestimmt. Ein persönliches Vorrecht konnte der Besitz eines Landguts oder eines bestimmten Amtes sein. Die Abgesandeten der Städte für den Landtag wurden vom Rat bestimmt.
In den Landtagen wurde nicht wie heute nach dem Mehrheitsprinzip abgestimmt. Stattdessen einigte man sich vorab in den sogeannten Kurien (hier bildeten Abgesandte gleicher Stände je eine Gruppe) und verglich dann die Beschlüsse der einzelnen Kurien miteinander. Je nach Land mussten dann für einen Beschluss alle Kurien zu einer Meinung kommen oder es genügte, dass die Mehrheit der Kurien zustimmte. Bei dem Mehrheitsbeschluss musste jedoch immer der führende Stand - meistens der hohe Adel - seine Zustimmung geben. In einigen Ländern konnten besonders mächtige Mitglieder der Stände auch mit eigener Stimme unabhängig von einer Kurie teilnehmen.

Warum hat das Wappen vier Teile – und sogar zweimal einen Löwen?

​Das Gebiet​​​ des heutigen Saarlandes wurde erst 1956 aus bis dahin anderen Gebieten zugeteilten Bereichen zusammengestellt. Daher beschloss man auf die Symbole der jetzt zusammengeschlossenen Gebiete für das neue Wappen zurück zu greifen.

Diese waren:

Nassau-Saarbrücken: gekrönter silberner Löwe in blauem Feld
Kurtrier: rotes Kreuz in Silber
Lothringen: roter Schrägbalken in Gold, mit drei silbernen Adlern
Pfalz-Zweibrücken: gekrönter, goldener Löwe in Schwarz

Natürlich gab es in diesen Regionen gar keine Löwen. Mit dem „König der Tiere“ wollte der Landgraf seinen Feinden nur zeigen, wie stark und mächtig er ist.

Müssen sich die Politiker melden, wenn sie im Landtag etwas sagen wollen?

​ ​Ja, für Reden müssen sie sich sogar schriftlich anmelden! Wer im Landtag etwas sagen möchte, muss warten, bis der Präsident ihn aufruft. Dann geht er nach vorne ans Rednerpult. Erst wenn der Redner ausgeredet hat oder es zwischendurch erlaubt wird, dürfen die anderen Abgeordneten Fragen stellen.

Wenn jemand den Redner beschimpft oder ständig dazwischenruft, klingelt der Präsident mit seiner Glocke und ermahnt ihn. Hört der Abgeordnete trotzdem nicht auf, dann darf der Präsident ihn vor die Tür schicken. Aber das kommt nur ganz selten vor.​

Wie viel verdienen die Politiker im Landtag?

​Die Gehälter der Abgeordneten nennt man „Diäten“, obwohl die meisten Politiker im Landtag überhaupt nicht dick sind. Die Höhe der Diäten beträgt monatlich 5307,- Euro sowie eine Aufwandspauschale von monatlich 1240,- Euro.

Abgeordnete müssen in ihrem Fachgebiet sehr gut Bescheid wissen und viele Probleme lösen. Sie arbeiten aber nicht nur im Landtag, sondern müssen sich auch um die Bürger in ihrem Wahlkreis kümmern. Das ist der Teil des Saarlandes, wo sie gewählt wurden – und wo sie natürlich gerne wieder gewählt werden möchten. Für ihre Familie, Freunde oder Hobbys haben Politiker meist nur ganz wenig Zeit.​

Dürfen sich die Abgeordneten im Landtag hinsetzen, wo sie wollen?

​​​​Im Plenarsaal des Landtags gibt es feste Plätze, genau wie in einer Schulklasse. Der Präsident sitzt ganz vorne hinter einem großen Tisch. Daran erkennt man, wie wichtig der Präsident im Landtag ist. Beim Präsidenten sitzen die Schriftführer. Die unterstützen den Präsidenten etwa bei der Durchführung von Abstimmungen (die Aufgaben der Schriftführer sind im Gesetz über den Landtag des Saarlandes festgelegt).
Die Abgeordneten sitzen immer mit ihren "Parteifreunden" zusammen, mit den anderen Politikern aus ihrer Partei. In den ersten Reihen sitzen die Fraktionsvorsitzenden und Fraktionsvorstände.
 
Von da haben sie es auch nicht so weit zum Rednerpult. Das steht nämlich ganz vorn, direkt vor dem Präsidenten.
 
Hi​er​ kannst Du die Sitzplätze der einzelnen Abgeordneten erkunden.​

Kann ich auch Politiker im Landtag werden?

Du kannst jetzt schon "Politiker" werden, wenn du dich zum Beispiel in deiner Familie, als Klassensprecher oder im Jugendparlament deiner Stadt für die Interessen von anderen Jugendlichen oder Kindern einsetzt. Ab vierzehn Jahren darfst du in der Jugendgruppe einer Partei mithelfen.

Wenn du deine Sache gut machst, wirst du später vielleicht auch als Politiker in den Landtag gewählt

Warum gibt es unterschiedliche Parteien?

​​Die meisten Menschen haben eine ganz bestimmte Meinung, was für die Bürger gut und richtig ist. Politiker, die eine ähnliche Meinung haben, schließen sich zu einer großen Gruppe zusammen. Gemeinsam können Politiker nämlich viel mehr erreichen als alleine. Diese Gruppen nennt man Parteien.


Im Landtag gibt es mehrere Parteien mit ganz unterschiedlichen Meinungen. Wenn viele Bürger bei der Landtagswahl für eine Partei gestimmt haben, arbeiten im Plenarsaal auch viele Abgeordnete dieser Partei. Die Politiker besprechen ihre verschiedenen Ideen, versuchen sich zu einigen und stimmen ab. Der Vorschlag, der die meisten Stimmen bekommt, wird dann ausgeführt.​

Was heißt eigentlich „Politik“?

Vo​r über 2000 Jahren hatten die Griechen die Idee, dass jeder Bürger das Recht haben soll, in seiner Stadt mitzubestimmen. Das hieß bei den Griechen politeia. Wir Deutschen haben uns das Bürgerrecht bei den Griechen abgeguckt und aus politeia das Wort Politik gemacht.

Politik betrifft alles, was nicht nur bei dir zu Hause passiert, sondern alle angeht, zum Beispiel Schule, Verkehr, Arbeit oder Theater. Weil aber nicht immer alle Leute über alles entscheiden können, gibt es Politiker, die das für uns machen. Jeder deutsche Bürger über 18 Jahren darf den Politiker wählen, den er für besonders klug hält und von dem er sich bei Abstimmungen vertreten lassen möchte.​

Wer ist eigentlich der Chef im Landtag?

​​Eigentlich sind alle Saarländer über 18 Jahre die Chefs der Politiker in unserem Bundesland. Sie dürfen nämlich wählen. Wenn ihnen die Arbeit eines Politikers nicht gefällt, wählen sie bei der nächsten Wahl einfach jemand anderen. Denn die Politiker sollen das tun, was die Bürger von ihnen erwarten.

Der Chef im Landtag ist der Präsident, aber der mächtigste Politiker im Saarland ist der Ministerpräsident. Er wird vom Landtag gewählt und kann sich Fachleute als Minister aussuchen. Zusammen bilden sie die saarländische Landesregierung. Sie können allerdings nicht einfach drauflos regieren, sondern müssen alles mit dem Landtag absprechen. Und wie der Landtag abstimmt, so wird es gemacht.

Was machen die Politiker im Landtag?

​​Gemeinsam suchen die Politiker Lösungen für Probleme, die alle Leute im Saarland angehen. Darüber dürfen sie auch selbst entscheiden und neue Gesetze machen. Zum Beispiel, ob mehr Lehrer eingestellt oder neue Straßen gebaut werden. Dafür muss man sehr gut Bescheid wissen.
 
In jeder Partei gibt es mehrere Abgeordnete, die sich zum Beispiel mit Verkehr gut auskennen. Wenn es im Saarland ein Verkehrsproblem gibt, müssen diese "Ausschüsse" eine Lösung finden. Meistens macht die Partei, die gerade regiert, einen Vorschlag für ein Gesetz. Die Parteien sagen, was sie daran gut oder schlecht finden und machen Gegenvorschläge. Am Schluss stimmen alle zusammen ab.​

Was machen die Abgeordneten in den Ausschüssen?

​Ausschüsse sind kleinere Arbeitsgruppen, die sich aus Fachleuten der verschiedenen Fraktionen zusammensetzen.

Im Landtag gibt es Ausschüsse für alle wichtigen Bereiche, wie zum Beispiel die Schulpolitik oder den Umweltschutz. Hier werden die Themen ausführlich beraten und vorbereitet.

Über den Vorschlag bzw. die Empfehlung, die der Ausschuss erarbeitet hat, wird später in der Plenarsitzung von allen Abgeordneten abgestimmt.Eine Übersicht der derzeitigen Ausschüsse findest Du hier.

Warum dauert es so lange, bis ein neues Gesetz in Kraft tritt?

Ein Gesetz muss erst einen langen Weg gehen, bevor es wirklich in Kraft tritt. Es muss dabei die folgenden Stationen passieren:
 
Antrag – Vorschlag von einem Abgeordneten oder einer Fraktion.

1. Lesung – Beratung der allgemeinen Grundsätze und Überweisung an die Fachleute im passenden Ausschuss.
Ausschussberatung – Wenn die Fachleute einverstanden sind geben Sie Ihre Zustimmung.
2. Lesung – Abstimmung über die Empfehlung des Ausschusses.
3. Lesung – Findet nicht statt, wenn nicht eine Fraktion oder mindestens 5 Abgeordnete widersprechen.

Der Ministerpräsident und der/die zuständigen Fachminister unterzeichnen, dann folgt die Veröffentlichung im Amtsblatt des Saarlandes.​

Was ist die Verfassung?

​​Die saarländische Verfassung regelt die Grundordnung für das Saarland. In ihr sind die Formen der Machtausübung, der Verwaltungsmethoden und die Rechtsstellung der Bürger geregelt.​

Kann man nur durch Wahlen Einfluss auf den Landtag nehmen?

​​Nein. Aber​​​ jeder – auch Jugendliche und Kinder – kann sich jederzeit direkt an den Landtag wenden - bei Bitten, Ungerechtigkeiten, Benachteiligungen oder ungleicher Behandlung durch staatliche Stellen. Diese Beschwerden nennt man Petitionen. Die Abgeordneten im dazugehörigen Petitionsausschuss (im Saarland wird er Ausschuss für Eingaben genannt) behandeln pro Jahr viele solcher Petitionen.​

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