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 Jugend-FAQ

​​Der Begriff Landtag ist bereits im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit entstanden. Damals kamen an einem Tag alle politisch berechtigten Gruppen und Personen zusammen, um über die gemeinsamen Angelegenheiten der Landleute zu verhandeln und zu entscheiden. Daher auch der Name Land-Tag.
 
Dabei hatten sich die Landtage oftmals aus den Gerichtsversammlungen der Landesgemeinde gebildet. Die wichtigste Funktion bildete die Bewilligung von Steuern, denn die durfte nur der Landtag anordnen.
In den sogenannten ständischen Landtagen haben - je nach Zeit und Region - unterschiedliche Stände zusammen verhandelt: etwa der Adel (Herren und Ritter), die Prälaten (Klöster, Bischöfe und Kapitel) oder die landesherrlichen Städte.
Damals wurden die Angehörigen der Landtage nicht durch Wahlen, sondern durch persönliches Vorrecht bestimmt. Ein persönliches Vorrecht konnte der Besitz eines Landguts oder eines bestimmten Amtes sein. Die Abgesandeten der Städte für den Landtag wurden vom Rat bestimmt.
In den Landtagen wurde nicht wie heute nach dem Mehrheitsprinzip abgestimmt. Stattdessen einigte man sich vorab in den sogeannten Kurien (hier bildeten Abgesandte gleicher Stände je eine Gruppe) und verglich dann die Beschlüsse der einzelnen Kurien miteinander. Je nach Land mussten dann für einen Beschluss alle Kurien zu einer Meinung kommen oder es genügte, dass die Mehrheit der Kurien zustimmte. Bei dem Mehrheitsbeschluss musste jedoch immer der führende Stand - meistens der hohe Adel - seine Zustimmung geben. In einigen Ländern konnten besonders mächtige Mitglieder der Stände auch mit eigener Stimme unabhängig von einer Kurie teilnehmen.