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Kunst im Landtag - Anne Haring - Figur und Raum

04.09.18

Im Rahmen einer Pressekonferenz am Donnerstag (04.09.2018) im Landtag stellte Landtagspräsident Stephan Toscani die Erinnerungskultur als weiteren Schwerpunkt seines Engagements vor.

Dabei geht es um Veranstaltungen zur Erinnerung an die Shoa, zur Erinnerung an den Widerstand gegen die NS-Diktatur und auch zur Erinnerung an das Ende des Ersten Weltkrieges.

„Wer […] vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart. Wer sich der Unmenschlichkeit nicht erinnern will, der wird anfällig für neue Ansteckungsgefahren.“ Landtagspräsident Stephan Toscani betonte: „Diese Passage aus der Rede des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker zum 40. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges am 08. Mai 1985 leitet mich.“

Stephan Toscani erläuterte weiter: „Die Ergebnisse einer aktuellen Befragung sollten uns zu denken geben: Nur 47 Prozent der 14- bis 16-Jährigen wissen, dass Auschwitz ein Konzentrations- und Vernichtungslager war. Die Erinnerung an die Verbrechen im Dritten Reich bleibt nach wie vor unabdingbar. Aber die Erinnerungskultur braucht neue Formen.

An die Stelle der Zeitzeugen tritt eine neue Generation und damit neue Wege der Annäherung an die Vergangenheit.

Hinzu kommt, dass Kinder aus manchen Migrantenfamilien mit ganz anderen Augen auf die Vergangenheit blicken. Sie sind mitunter geprägt von Antisemitismus in ihren Familien und der Ablehnung des Staates Israel.

Wir dürfen nicht hinnehmen, dass Juden in Deutschland wieder Angst haben. Wir dürfen nicht hinnehmen, dass der Hitlergruß wieder auf deutschen Straßen gezeigt wird. Auch die Verrohung der Sprache mit deutlichen Hinweisen auf den Sprachgebrauch im Dritten Reich dürfen wir nicht akzeptieren.“

Landtagspräsident Stephan Toscani geht es bei seinem Engagement für die Erinnerungskultur ganz besonders darum, Schülerinnen und Schüler anzusprechen.

„Daher werde ich in den nächsten Monaten gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern Erinnerungsplätze in ihren Schulorten besuchen. Es ist mir wichtig, zu vermitteln, dass Verfolgung, Unterdrückung und Mord nicht nur an weit entfernten Orten stattgefunden haben – unsichtbar für die Deutschen im Reich. Wer ist aus meinem Heimatort verschwunden, wer hat Widerstand geleistet, wie haben sich die Ereignisse auf die Beziehungen untereinander ausgewirkt? Hat es jemanden interessiert, wenn plötzlich Mitschüler über Nacht verschwanden? An diesen Punkten setze ich mit meiner Erinnerungsarbeit an.“

Am 26. Oktober: Saarländische Erinnerungsorte – St. Wendel

Mit Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Wendalinum besucht der Landtagspräsident Orte, die an mehrere jüdische Gemeinden im Landkreis St. Wendel erinnern.

Am 21. November: Saarländische Erinnerungsorte – Blieskastel

Geplant ist, dass der Landtagspräsident mit Schülerinnen und Schülern an einer Tour durch das jüdische Blieskastel teilnimmt.

„Diese Besuche saarländischer Erinnerungsorte werde ich 2019 in anderen Landkreisen und im Regionalverband Saarbrücken fortsetzen“, kündigte Landtagspräsident Stephan Toscani an.

Am 27. Januar 2019 findet die traditionelle Holocaust-Gedenkveranstaltung im Landtag statt, aber in einer anderen Form als bisher.

An die Stelle der Zeitzeugen tritt eine Generation, die sich ohne persönlichen bzw. familienbiografischen Bezug zur NS-Vergangenheit mit neuen Formaten der Erinnerungskultur der Vergangenheit annähert und somit vorhandene erinnerungspädagogische Konzepte ergänzt.

Im Rahmen der Gedenkstunde soll ein Projekt von Schülerinnen und Schülern präsentiert werden. Sie werden weder Publikum sein, noch werden sie vorgefertigte Texte vortragen. Die Veranstaltung wird vielmehr junge Menschen zeigen, die sich in einem Projekt auf die Spur der Vergangenheit begeben haben und diese Recherche mit zeitgemäßen Mitteln, vor allem aus ihrer Sicht, gestalten.

In Zusammenarbeit mit einem für seine „begehbaren Hörspiele“ mit nationalen Auszeichnungen und Auftragsarbeiten von Rundfunkanstalten (SR, Deutschlandradio) bedachten Duo aus Saarbrücken wird eine Projektgruppe mit Schülerinnen und Schülern sowie Lehrenden ein halbstündiges Stück erarbeiten.

Zusätzlich geplant sind ein wissenschaftlicher Vortrag zum Thema Erinnerungskultur und eine Ausstellung des Adolf-Bender-Zentrums.

Stephan Toscani verwies auf die Termine, die er in den nächsten Monaten wahrnehmen wird. Schwerpunktmäßig geht es ihm darum, an die Shoa und den Widerstand im Dritten Reich, insbesondere an den Saarbrücker Willi Graf, der vor 75 Jahren hingerichtet wurde, zu erinnern. (Liste der Termine im Anhang)

Die Termine des Landtagspräsidenten zur Erinnerungskultur von Oktober 2018 bis Januar 2019

Freitag, 12. Oktober: Rede im Rahmen der Gedenkveranstaltung der Landeshauptstadt Saarbrücken für Willi Graf auf dem Friedhof St. Johann, Teilnahme an der Vernissage der Ausstellung „Weiße Rose“ im Rathaus Saarbrücken

Samstag, 13. Oktober: Teilnahme am Gottesdienst zur Erinnerung an Willi Graf in der Kirche St. Jakob in Saarbrücken

Samstag, 13. Oktober: Schirmherrschaft und Grußwort anlässlich der Lesungen aus der Biographie Willi Grafs, ebenfalls in der Kirche St. Jakob

Sonntag, 21. Oktober: Rede anlässlich der Einweihung des letzten Abschnitts des Gestapo-Lagers „Neue Bremm“ in Saarbrücken

Freitag, 26. Oktober: Saarländische Erinnerungsorte - St. Wendel

Donnerstag, 01. November: Teilnahme am ARD-Fernsehgottesdienst zur Erinnerung an Willi Graf, in der Jugendkirche eli.ja, Saarbrücken

Mittwoch, 07. November: Rede im Rahmen einer Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht der Katholischen Erwachsenenbildung in Dillingen, Steinmetzstraße 26

Donnerstag, 08. November: Grußwort im Rahmen einer Schulveranstaltung zur Erinnerung an Willi Graf im BBZ St. Ingbert (Willi-Graf-Schule)

Freitag, 09. November: Teilnahme am Gedenkmarsch der Synagogengemeinde Saarbrücken zur Erinnerung an die Reichspogromnacht vom Hauptbahnhof Saarbrücken zur Synagoge mit anschließender Rede in der Synagoge

Sonntag, 11. November: Grußwort bei der Bürgerveranstaltung „Vor 100 Jahren: Der Krieg, Europa und wir“ des Regionalverbandes Saarbrücken, Schloss Saarbrücken

Sonntag, 18. November: Gedenkveranstaltung des VDK zum Volkstrauertag in der Ludwigskirche Saarbrücken. Anschließend Kranzniederlegung auf den Spicherer Höhen

Mittwoch, 21. November: Saarländische Erinnerungsorte – Blieskastel

Sonntag, 27. Januar: Gedenkveranstaltung zum Holocaust-Gedenktag im Landtag, Saarbrücken

Stage 2