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Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2020

07.02.20

Begrüßung und Grußwort

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Schülerinnen und Schüler,

ich begrüße Sie hier im Landtag zur zentralen Gedenkveranstaltung des Saarlandes für die Opfer des Nationalsozialismus.
Auf den Tag vor 75 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit.
Der 27. Januar ist der Tag, an dem wir der Opfer des Nationalsozialismus gedenken. Auch hier im Saarland. Dieses Gedenken gehört seit mehr als zwei Jahrzehnten zum Selbstverständnis unseres Landtages.
Sich erinnern heißt, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammenzuführen. Wir erinnern vor allem an die Opfer und versuchen, ihnen ihre Würde zurückzugeben, die ihnen auf so schlimme Art genommen wurde.
Erinnerung aber auch für Gegenwart und Zukunft.
Geschichte wiederholt sich nicht. Aber es gibt historische Muster.

Zitat Bundespräsident Steinmeier:
„Im Erschrecken vor Auschwitz hat die Welt schon einmal Lehren gezogen und eine Friedensordnung errichtet, erbaut auf Menschenrechten und Völkerrecht. Wir Deutsche stehen zu dieser Ordnung und wir wollen sie, mit Ihnen allen, verteidigen. Denn wir wissen: Jeder Friede bleibt zerbrechlich. Und als Menschen bleiben wir verführbar.“

Menschen bleiben verführbar und anfällig für Hass:
Nur ganz knapp sind jüdische Mitbürger am Jom Kippur in Halle einem Massaker entgangen. Zwei unbeteiligte Menschen wurden ermordet.
Walter Lübcke wurde im vergangenen Jahr von einem rechtsextremen Täter ermordet. Auch in Deutschland gibt es extreme Kräfte, die die Menschenwürde verachten, die gegen Minderheiten hetzen, die Hass zu einem Antriebsfaktor für Politik machen.
Von daher wollen wir mit Gedenkveranstaltungen wie dieser den Zusammenhalt unserer Gesellschaft gegen aktuelle Bedrohungen stärken.
Ich freue mich, dass zahlreiche Repräsentanten des öffentlichen Lebens aus dem Saarland heute hier sind:

Zeitzeugen:
Hermann Heilig, Willi Grünholz, Viktor Krause, Adolf Richter, Horst Bernhard, Friedemann Klein
Doris Deutsch (Zeitzeugenwitwe)

 1.) Landesregierung
MP Tobias Hans
Chef der Staatskanzlei Henrik Eitel
Staatssekretär Roland Theis, Justiz
Staatssekretär Jan Benedyczuk, Bildung und Kultur

 2.) Bundestag:
Oliver Luksic, MdB

3.) Für den Landtag:
VP Isolde Ries
VP Barbara Spaniol

4.) Fraktionen

CDU-Landtagsfraktion:
Dagmar Heib oder Bernd Wegner (muss LP entscheiden!)

SPD-Landtagsfraktion:
Elke Eder-Hippler und Eugen Roth

Landtagsfraktion Die Linke:
Astrid Schramm 

Landtagsfraktion AfD:
Rudolf Müller

 5.) VerfGH - Präsident und Beauftragter gegen Antisemitismus
Prof. Dr. Rixecker

6.) Vertreter der Glaubensgemeinschaften:
Richard Bermann für die jüdische Gemeinde
Katja Göbel für das Katholische Büro
Frank-Matthias Hofmann, Evangelische Kirche und für die LAG Erinnerungsarbeit

7.) Konsularisches Korps:
Catharine Robinet

 8.) Landeshauptstadt Saarbrücken:
Oberbürgermeister Uwe Conrad, für alle Vertreter der Kommunen

9.) Bundeswehr:
Brigadegeneral Dirk Faust, Kommandeur der Luftlandebrigade 1 in Saarlouis

10.) Landeszentrale für politische Bildung:
(als Mitorganisator bitte erwähnen)
Dr. Erik Harms-Immand

Die Gedenkstunde in diesem Jahr stellt die Deportation in das Lager Gurs in den Mittelpunkt.

1940 beschlossen der Gauleiter von Baden, und der für das Saargebiet zuständige Gauleiter, sämtliche Juden aus Baden, der Pfalz und von der Saar in die französischen Pyrenäen zu deportieren.

Die Deportationen fanden vor 80 Jahren statt - am 22. und 23. Oktober 1940. Es waren die ersten Massendeportationen von Juden aus dem Deutschen Reich ins Ausland. Also fast ein Jahr vor den Beschlüssen der Wannsee-Konferenz.

Roland Paul hat sich in seinem Buch „Pfälzer Juden und ihre Deportation nach Gurs“ ausführlich mit dem Schicksal von
1 500 pfälzischen Juden beschäftigt.

Jetzt arbeitet Roland Paul im Auftrag des Ministeriums für Bildung und Kultur des Saarlandes das Schicksal saarländischer Jüdinnen und Juden und anderer saarländischer Gefangener auf.

Herr Paul war bis zu seiner Pensionierung Direktor des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde in Kaiserslautern.

Sehr geehrter Herr Paul, ich freue mich, dass Sie heute bei uns sind.

Ich bedanke mich, dass Sie die Gedenkrede halten.

Unsere Erinnerungsarbeit hat sich in den letzten Jahren verändert, denn von Jahr zu Jahr werden die Zeitzeugen weniger.
Wir wollen neue Formen erproben; dabei vor allem Jugendliche einbeziehen.
Mir persönlich ist es besonders wichtig, Schülerinnen und Schüler anzusprechen. Ich bin seit Beginn meiner Amtszeit an verschiedenen Orten im Saarland unterwegs. Ich besuche gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern erhaltene und neugeschaffene Erinnerungsorte, die das vielfältige jüdische Leben im Saarland belegen.
Unsere Gedenkveranstaltung heute wird junge Menschen zeigen, die sich auf die Spur der Vergangenheit gesetzt haben und ihre Recherche mit zeitgemäßen Mitteln aus ihrer Sicht gestalten.

Ich begrüße dazu Schülerinnen und Schüler des Hochwaldgymnasiums in Wadern und des Geschwister Scholl-Gvmnasiums in Lebach.

Die Lebacher Schüler haben im letzten Jahr gemeinsam mit dem Landeskommando der Bundeswehr eine beeindruckende Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag des Attentats vom 20. Juli organisiert.

Die Schüler der Gemeinschaftsschule Türkismühle haben 2019 in Zusammenarbeit mit dem Adolf-Bender-Zentrum Stelen vor den Resten der jüdischen Kultur in ihrer Gemeinde aufgestellt. Sie erinnern so für jeden sichtbar an das ehemalige jüdische Leben. Die Ausstellung in Raum fünf zeigt dieses Projekt.

Liebe Schülerinnen und Schüler, ich danke Euch herzlich dafür, dass Ihr heute unser Gedenken mitgestaltet.

AG Erinnerungsarbeit des Geschwister Scholl-Gymnasiums Lebach.

Schlusswort

Für musikalische Begleitung dem Cello-Quartett Susanne Balser
danken der Landeszentrale für politische Bildung
danken dem SR für die Übertragung danken
ankündigen, dass wir im nächsten Jahr der Opfer der Euthanasie gedenken
zum Empfang einladen

Stage 2