Anmelden

Europa wächst vor Ort - Rolle der Regionen in Europa stärken.


Landtagspräsident Stephan Toscani betont beim Jahreskongress der französischen Regionen in Marseille: Unsere Regionen haben einen europäischen Auftrag

In einem Podiumsgespräch im Rahmen des Jahreskongresses der französischen Regionen in Marseille am Donnerstag (27.09.2018) sprach Landtagspräsident Stephan Toscani über das Thema „Die Regionen im Herzen Europas.“

Stephan Toscani betonte: „Ich bin Saarländer, ich bin Deutscher, ich bin Europäer. Diese drei Identitäten – die regionale, die nationale und die europäische - sie schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich. Keine der Identitäten gefährdet die andere oder schließt sie aus. Sie sind gut miteinander vereinbar."

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass Menschen den Begriff Heimat weniger mit ihrer Nation in Verbindung bringen als mit ihrer Region. Globalisierung und Digitalisierung lassen das Bedürfnis von uns Menschen nach Überschaubarkeit, nach Wurzeln sogar anwachsen. Kurzum: Das Bedürfnis nach Heimat.

Stephan Toscani: „Daraus konstruieren viele Nationalisten und Europagegner, dass Europa das Gegenteil von Heimat sei. Entscheidend ist, dass die regionale Verwurzelung nicht im Gegensatz zu Europa steht. Europa ist nicht nur Brüssel und Straßburg, Europa ist nicht nur die Kommission und das Europäische Parlament. Europa gelingt, wenn es von unten, vor allem in den Regionen, wächst. Deshalb haben die Regionen in Europa auch einen europäischen Auftrag. Voraussetzung dafür ist, dass sie einen entsprechenden Auftrag für sich selbst sehen, also einen entsprechenden politischen Willen haben. Das gilt gerade für Grenzregionen.

Stephan Toscani verwies darauf, dass die Grenzregionen zusammengenommen der größte Mitgliedstaat der EU sind. Grenzregionen in Europa machen 40 Prozent des Territoriums der EU aus. Er leitet daraus den Auftrag für die Grenzregionen ab, besonders zum Gelingen des europäischen Projektes beizutragen.

„Ich bin sicher", so Stephan Toscani „würden in allen Grenzregionen Europas nur 20 Prozent der derzeit bestehenden Hindernisse für eine engere Zusammenarbeit abgebaut, würde die Wirtschaftskraft erheblich steigen und mehr als 1 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze entstehen."

Er verwies auf die Erfolge in der Großregion SaarLorLux und nannte vor allem die Universität der Großregion als neues spannendes Projekt. Zusammengeschlossen darin sind sechs Universitäten in vier Ländern (Luxemburg, Lüttich, Lothringen, Nancy/Metz, Kaiserslautern, Trier, Saarbrücken); es gibt drei

Unterrichtssprachen (Französisch, Deutsch, Englisch). Es gibt rund 135.000 Studierende über 10.000 Dozentinnen und Dozenten sowie rund 7.000 Doktorandinnen und Doktorranden. Exemplarisch für diesen Pioniercharakter steht neben insgesamt 19 bi- und trinationalen Studiengängen der in Europa einzigartige Studiengang „Border Studies", der die Chancen und Herausforderungen einer Großregion erforscht. Zusätzlich wird am 24. Oktober in Esch-Belval in Luxemburg das „Center for Border Studies" der UniGR offiziell eröffnet. Mit diesem neuen Zentrum geht die Universität der Großregion den nächsten Schritt auf dem Weg zu einem Exzellenz-Forschungsnetzwerk.

Stephan Toscani: „Diese beeindruckenden Werte machen unsere Universität der Großregion zu einer der  am tiefsten integrierten Verbünde grenzüberschreitender Universitäten in ganz Europa. Sie ist Pionier und Leuchtturm interregionaler, grenzüberschreitender Hochschulzusammenarbeit.“

27.09.2018