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Landtagspräsident Stephan Toscani eröffnet in Lebach die Ausstellung „Einmal Jenseits und zurück – ein Koffer für die letzte Reise“


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​Einhundert Koffer für die letzte Reise wurden am Freitag (13.04.2018) in der Pfarrkirche in Lebach der Öffentlichkeit vorgestellt. Die katholische Pfarrgemeinde hatte Menschen verschiedenen Alters und aus unterschiedlichen sozialen Schichten gebeten, sich mit der Frage zu beschäftigen: „Was könnte mich auf die Reise aus diesem Leben begleiten?“ Auch Landtagspräsident Stephan Toscani hat sich an der Aktion beteiligt.

lebach 2018.jpg(Frühere Minister für Umwelt im Saarland Stefan Mörsdorf und Landtagspräsident Stephan Toscani)

Landtagspräsident Stephan Toscani: „Der Titel dieser Ausstellung hat mich erstaunt: „Einmal Jenseits und zurück.“ Wir Christen glauben, dass es ein anderes, ein besseres, ein ewiges Leben nach dem Tod gibt. Das verbindet uns mit dem Judentum und dem Islam. Der Glaube an ein Leben im Jenseits: Ja. Aber einen Rückfahrtschein ins Diesseits? Den gibt es nicht.“


Stephan Toscani nannte das Nachdenken und die Diskussion über die Ausstellung „eine sehr wertvolle Erfahrung“. „Wer für diese Ausstellung einen Koffer packen wollte, musste sich nicht nur mit dem eigenen Tod,  sondern auch mit dem Sinn des eigenen Lebens beschäftigen“, erklärte Stephan Toscani. „In vielen Todesanzeigen steht zwar: Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen. Aber wir leben häufig so, als wären wir unsterblich.“


Stephan Toscani hob hervor, die Beschäftigung mit dem Tod sei eine wichtige Voraussetzung für ein erfülltes Leben. Es gehe nicht darum, was wir von uns ins Jenseits mitnehmen können. Sondern es gehe darum, dem Leben einen Sinn zu geben; es gehe darum, welche Spuren wir in anderen Menschen hinterlassen.


„Ich bin also während der Vorbereitung auf die Ausstellung zu dem Ergebnis gekommen, dass ich materielle Dinge nicht in den Koffer packe. Ich glaube, ein Teil von uns wird im Jenseits fortexistieren; nennen wir es Seele oder Geist. Nur: Seele und Geist können wir nicht einpacken. Wenn unser Leben erfüllt war, wenn wir in der Lage waren, unserem Leben einen Sinn zu geben, wenn wir überdies die Hoffnung und den Glauben an ein Leben nach dem Tod haben, dann sind wir für unsere letzte Reise gut vorbereitet.


Deshalb packe ich in meinen Koffer für die Reise ins Jenseits nichts weiter als die Worte aus dem Buch Prediger (5:14):


„Wie er aus dem Leib seiner Mutter herausgekommen ist – nackt, wie er kam, muss er wieder gehen. Von seinem Besitz darf er überhaupt nichts forttragen, nichts, das er als ihm zugehörig mitnehmen könnte.“


Mehr braucht es meines Erachtens nicht.“

- Interview mit LP Stephan Toscani zum Thema -